Maßnahmen

Wichtig ist das richtige Weidemanagement!

Feuchtstellen sollten trockengelegt und Senken zugeschüttet werden, um den Schnecken ihren Lebensraum zu nehmen. Größere Feuchtstellen oder vertretene Grabenkanten sollten abgezäunt oder trockengelegt werden. Grüppen müssen gut ablaufen können und nicht voll Wasser stehen. Tränken müssen, wenn sie unbefestigt sind, höhergelegt werden. Durch das Legen von Drainagen können feuchte Weiden trockengelegt werden.

Bedenken Sie, dass die Schäden am Milchvieh zwar meist unspezifisch sind (Fruchtbarkeitsprobleme, höhere Abortraten, vermindertes Wachstum, Leistungsminderung mit bis 400l Milchrückgang /Jahr), aber letztlich doch kostenreich. Die Ergreifung von Maßnahmen ist dazu im Verhältnis deutlich billiger.

Eine Nutzung gefährdeter Weiden sollte bei den Milchkühen vermieden werden, da hier im Gegensatz zum Jungvieh die Behandlung problematisch ist. Von Flächen, von denen Sie wissen, dass sie mit dem Leberegel befallen sind, sollte besser nur Silage oder Heu gewonnen werden. Hierbei ist zu bedenken, dass die Larven auf Heu 2-6 Monate und auf Grassilage ungefähr 4 Wochen überlebensfähig sind (also erst nach entsprechender Lagerdauer verfüttern!).

Die leberegelkontaminierte Gülle sollte nicht auf gefährdete Flächen/Stellen (Nässe → Lebensraum der Schnecke!) aufgebracht werden, um eine Kontamination der Weide zu verhindern. Dies kann z.B. durch ein Abstandhalten zu Grabenkanten oder Tränkestellen erreicht werden. Durch ein Abmähen des ersten Aufwuchses im Frühjahr wird der Parasitenbefall stark gemindert, da hierbei die überwinterten Larven entfernt werden.

Lebenszyklus

Der Leberegel benötigt für seine Entwicklung einen Wirt (Rind, Schaf, Ziege…) und einen Zwischenwirt (bestimmte Süßwasserschnecken). Das Wirtstier (z.B. Kuh) scheidet die Leberegeleier mit dem Kot aus. Aus den Eiern entwickeln sich die Wimpernlarven. Diese Larven machen sich aktiv auf die Suche nach ihrem Zwischenwirt (Zwergschlammschnecke) und werden von diesem dann aufgenommen. In der Schnecke kommt es zu einer starken Vermehrung (aus einer Larve werden bis zu 200 Schwanzlarven). Bei guten Lebensbedingungen (feucht, warm) verlassen die Schwanzlarven die Schnecken und suchen schwimmend Grashalme auf, wo sie sich festsetzen. Hier kapseln sie sich nun ein und werden von den Rindern aufgenommen. Im Dünndarm wandern die geschlüpften Larven durch die Darmwand quer durch die freie Bauchhöhle zur Leber und fressen sich einige Wochen munter durch das Lebergewebe. Zur Geschlechtsreife suchen sie die Gallengänge auf, verursachen eine chron. Gallengangsentzündung und beginnen mit der Eiproduktion. Mit der Galle und letztlich mit dem Kot werden die Eier wieder ausgeschieden und der Kreislauf schließt sich.

 

Bekämpfung des Leberegels

Der Zyklus ist sehr bedeutungsvoll in der Möglichkeit der Bekämpfung des Leberegels, da der Zwischenwirt (Süßwasserschnecke, v.a. Zwergschlammschnecke) notwendig ist. Ebenso brauchen die Larven (Wimpern- und Schwanzlarven) Wasser, um sich schwimmend zu ihrem Zwischenwirt bzw. Grashalm fortzubewegen. Hier können Sie als Betriebsmanager eingreifen!

Trockenheit ist also die Lösung. Sowohl die Schnecken sind dagegen empfindlich, als auch den Larven ist der Weg erschwert, wenn die Feuchtigkeit fehlt. Aus diesem Grund sind in feuchten Jahren auch mehr Probleme durch den Leberegel zu erwarten wie in trockenen.

Neben der Behandlung der Tiere nach einem Befall ist daher die Ergreifung von vorbeugenden Maßnahmen gegen den Leberegel weitaus bedeutender.